Da aus dem Zeitungsartikel bekannt ist, dass die Frau von Fritz Neumann auch als Künstlerin arbeitete, hier Fundstellen aus dem Katalog der Copyright Einträge. Mehr zum diesem Katalog findet sich in dem entsprechendem Beitrag zu Fritz Neumann .
Catalog of Copyright Entries, New Series. Part 4: Works of Art 1939: Vol 34 No 1-4, Seite 143
Zusammenfassung
| Werk | Datum |
|---|---|
| Frühing und jugend | Mai 1938 |
| Schwesterchen wacht | Mai 1937 |
| Mutties herzblaettchen | Dezember 1937 |
Aus der Heiratsurkunde geht eine weitere Adresse von Fritz Neumann hervor: Die Lettestraße 1.
Eine Recherche zu der Adresse ergibt, dass es sich sehr wahrscheinlich um die Adresse seines Vaters, Ludwig Karl Franz Neumann handelt, da sich dort ein F. Neumann, Buchdrucker, manchmal auch Schriftsetzer, ab 1904 nachweisen lässt:
Adressbücher
Daraus ergibt sich, dass der Vater von Fritz Neumann zwischen 1904 und 1933 in der Lettestraße 1 wohnte. sowie zwischen 1927 und 1931 als Schriftsetzer arbeitete, ansonsten als Buchdrucker. Da Fritz Neumann diese Adresse bei der Heirat hatte, ist davon auszugehen, dass er bis 1925 zuhause lebte.
Quellen
Die Digitalisate der Quellen sind bei den jeweiligen Ausschnitten verlinkt. Da der URN:NBN Resolver der DNB genutzt weird, können diese auch zitiert werden.
Namenslisten der Personenstandsregister
Zusätzlich lassen sich bereits bekannte Daten auch in Namensverzeichnissen von Berliner Standesämtern finden:
- Landesarchiv Berlin, P Rep. 221 Standesamt Berlin Xb Nr. 605 Namensverzeichnis Geburtenregister 1897, S. 167 -
- Landesarchiv Berlin, P Rep.806 Standesamt Berlin IX Nr. 658 Namensverzeichnis Heiratsregister 1925, S. 33
Dank an Evelyn Kraßmann für den Hinweis.
Aus dem Zeitungsartikel im Spandauer Volksblatt vom 19.2.1972 geht hervor, dass er zwischen 1912 und 1916 an einer Kunstschule war. Nun liegt der erste Hinweis vor, dass er ein Semester an der im Wintersemester 1912/13 an der Akademische Hochschule für die Bildenden Künste eingeschrieben war:
Eintrag zu Fritz Neumann im Namensverzeichnis für das Wintersemester 1912/13
Der Ausschnitt stammt aus dem Alphabetisches Namensverzeichnis WS 1909/10 bis SS 1924 der Akademische Hochschule für die Bildenden Künste Seite 92, Signatur UdK-Archiv 6-204
Dank an Dr. Anastasia Dittmann vom Archiv der Universität der Künste Berlin für den Hinweis.
Der Artikel “Segelboote für Millionäre und Vögel für sich selbst” (Sailboats for millionaires and birds for themselves) von Uwe-Michael Troppenz aus dem vorigen Beitrag , erschienen im Spandauer Volksblatt am 19 Februar 1972, Archivsignatur IV C Z ZA PA 1038 (Archiv des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau).
Transkription
Fritz Neumann: “Ich male am liebsten, was ich sehe …
Segelboote für Millionäre und Vögel für sich selbst
Fritz Neumann ist das Gegenteil von Erich Wladimir Weger. Das ist natürlich nicht das einzige was ihn charakterisiert Aber wen Wegner den politischen Maler fordert, schüttelt Neumann den Kopf: “Ein Maler muß durchaus nicht politisch sein.” Und wo Weger sich bemüht, mit der roten Farbe den Betrachter zu provozieren, da malt Neumann lila, weil Lila modern ist, das verkauft sich besser — früher hätte ich wohl Grünblau genommen.” Während Weger von der Verwirklichung seiner Ideen träumt, bemüht sich Neumann, so naturgetreu wie möglich die Segelboote von Millionären zu machen.
Zugegeben: es wäre ungerecht, Fritz Neumann schnöden Materialismus vorzuwerfen. Denn er malt gerne, was er malen muß. Das Geheimnis der Freiheit. Seine Aquarelle und Radierungen reichen stilistisch vom Naturalismus über den Kubismus bis hin zu abstrakten Motiven. Obwohl die an den Segler Feininger erinnernden kubistischen Bilder von künstlerischem Rang sind und Inspirationen ahnen lassen, die über die Fassade des Erkennbaren hinausweisen, erklärt Neumann: “Ich male am liebsten, was ich sehe.” Was er sieht, sind Segelboote.
Und so leben in seinen Bildern verschiedene Stilrichtungen gleichberechtigt nebeneinander. Als Segel-Maler hat Neumann - das sagt er selbst - kaum Konkurrenz zu fürchten. Deshalb und aus seiner eigenen Begeisterung für den Wassersport heraus sind die Boote an der Havel Berufsmotiv. Aber er hat auch noch ein Privatmotiv: Vögel, reif für naturwissenschaftliche Illustrationen. Das meinten wohl auch die Verantwortlichen der “Deutschen Allgemeinen Zeitung” seinerzeit, als sie Fritz Neumann zum Mitarbeiter gewannen.
Im Dezember 1897 erblickte Fritz das Licht der kaiserlichen Welt und hatte das Pech, einen Vater zu haben, der ihm keinen Künstlernamen in die Wiege legte. Neumann. Aber entscheidend ist schließlich das Talent, und so genoß der begabte Teenager von 1912 bis 1916 eine Kunstschulausbildung, der Twen lag im 1. Weltkrieg in den Gräben von Verdun, leitete nach seiner Heimkehr ein Reklameatelier und entschloß sich dann 1930, freischaffender Maler und Radierer zu werden. Den 2. Weltkrieg machte Neumann von Anfang an mit, aber es war so schlimm nicht für ihn: “Ich habe im Krieg mehr gemalt als gekämpft. Mein Kompaniechef war Professor, und der hatte viel Verständnis dafür.”
Nach dem 2. Weltkrieg stellte er sich bei seinen Radierungen von der Kaltnadeltechnik auf die Ätztechnik um. Das Kunstamt Spandau schrieb im vorigen Sommer, Neumann habe “einen streng komponierten Kathedralstil. Unverkennbar ist der Einfluß früherer Jahre durch den Umgang mit Glasmosaik”. Der Künstler meint dazu, daß die Kupferätzung selbst in gewisser Weise einen strengen Stil vorschreibe, das Motiv stilisiere.
Streng oder nicht streng Künstler Neumann kann von seinen Bildern, die die Kunstsammlungen Amsler & Ruthardt und Vagart & Co. vertreiben, recht gut leben. Segelboote für die Millionäre, Spandauer Motive „fürs Volk" und Vögel für sich selbst.
Die Flora hat es jedoch Frau Hedwig Neumann angetan, die ihren Mann auf der Kunstschule kennenlernte. Unter ihrem Mädchennamen Hede Klinge malt sie strahlende Sonnenblumen. Auch sie arbeitet für einen Verleger, aber sie macht ihrem Mann keine Konkurrenz. Hede Klinge malt keine Segelboote.
• Wenn Fritz Neumann in Bocksfelde sitzt und die Havel beobachtet, mit flinkem Pinsel über die Leinwand auf der Staffelei fährt, dann gefällt es ihm, wenn neugierige Wanderer mit dem Meister über die Probleme der Kunst debattieren - Probleme, die Fritz Neumann nicht hat. Von seinen weiten Reisen brachte er Impressionen und Skizzen mit, die in Kohle und Pastell immer wieder zum Thema kommen: Stämmige Fischerboote in Griechenland, Schiffe auf den Kanälen in Venedig, an der Mole von Cuxhaven oder Amsterdam, auf den Flüssen von Paris.
Er kann es nicht lassen, es hat ihn gepackt, ein für allemal, endgültig, unwiderruflich. Und die Käufer schätzen es, daß Fritz Neumann vom Fach ist und genau weiß, wie die Takelage auszusehen hat. Das ist sehr nützlich.
UWE-MICHAEL TROPPENZ
Fritz Neumann und seine Segelboote: “Ich male gern, was ich malen muß”, sagt er dazu. (Bilder: Franke)
Anmerkungen
- Mehr zu Erich Wladimir Weger
Dank Torsten Steinberg haben wir jetzt zwei Personenstandsregistereinträge für Fritz Neumann. Diese sind teilweise die Quelle für die Daten im Hauptartikel .
Heiratsurkunde
Dies ist die Urkunde der Ehe von Franz Robert Fritz Neumann und Anna Hedwig Klinge, geschlossen am 2. Mai 1925. Als Beruf von beiden ist “Zeichner” bzw. “Zeichnerin” angegeben.
Zu Fritz Neumann ist als Geburtstag der 6. Dezember 1897 und die Adresse Lettestraße 1 angegeben.
Anna Hedwig Neumann wurde am 21. September 1895 geboren und wohnte in der Alten Schönhauser Straße 61.
Am Rand der Urkunde ist ist auch das Todesdatum von Anna Hedwig Neumann, der 5. November 1980 vermerkt, dazu das zuständige Standesamt (Berlin Spandau) und die Nummer 3262/1980.
Quelle: Standesamt Berlin 9 (IX), Heiratsregister, Nr. 131/1925
Trauzeugen
Torsten Steinberg ergänzt auch die Trauzeugen:
-
Die Kunstgewerblerin Erna Dombrowski, 30 Jahre alt, wohnhaft Berlin-Friedenau, Fregestraße 78.
Erna Luise Adele wurde am 9.4.1895. Am 16.3.1934 heiratete sie den Gewerbeoberlehrer Otto Wilhelm Alfred Büchner (gestorben 1952). Ihr Beruf zum Zeitpunkt der Heirat war Zeichnerin. Zum Zeitpunkt des Todes ihrese Mannes wohnten beide in der Berliner Bergmannstraße.
-
Der Kunstgewerbler Walter Klotz, 29 Jahre alt, wohnhaft Berlin-Lankwitz, Viktoriastraße 8.
Sterbeurkunde
Dies ist die Sterbeurkunde für Franz Robert Fritz Neumann, Kunstmaler. Die Adresse Gartenfelder Str. 132 h ist die aus den alten Adressbüchern bekannte .
Er starb am 8. Juni 1984 im Krankenhaus Spandau.
Zusätzlich angegeben ist das Geburtsdatum, der 6. Dezember 1897 und das er Witwer von Anna Hedwig Neumann, geb. Klinge, mit der er seit dem 2. Mai 1925 verheiratet war (siehe oben), war.
Quelle: Standesamt Spandau von Berlin, Sterberegister, Nr. 1476/1984
Nachdem sich herausgestellt hat, dass Fritz Neumann (1928-2014) nicht Ric ist , hat Mark Strong die Biographien bei Meibohm Fine Arts und AskArt.com aktualisiert.
Vielen Dank an Mark dafür!
Hoffentlich werden nun auch die falschen Zuschreibungen auf eBay und anderen Auktionsseiten nun weniger…
Kurze Beschreibung: Eine Radierung des Kriegshafens Kiel von Fritz Neumann.
Anmerkungen: Gefunden auf eBay . Ich wurde von Torsten Steinberg darauf aufmerksam gemacht. Wie er bemerkt hat, handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um eine falsche Zuschreibung: Der Vodersteven weist auf ein Schiff nach dem Ersten Weltkrieg hin, wahrscheinlich die Königsberg oder ein Schiff dieser Klasse , in Dienst gestellt nach 1929, so dass die Urheberschaft von Hermann Fritz Neumann (1858 - 1920) ausgeschlossen werden kann.
Kurze Beschreibung: Variante der Segelboote (bekannt als Ric 05) mit einer ungewöhnliche Lage der Signatur - innerhalb des Drucks.
Anmerkungen: Gefunden auf auctionet.com .
Ein weitere Hinweis von Wolfgang Barina , eine Rechnung für ein Fritz Neumann Aquarell namens “Regatta” vom 20.10.1938.
Kurze Beschreibung: Eine kolorierte Radierung eines Erbhofs von Fritz Neumann.
Anmerkungen: Es gibt auch einen Druck (sicherlich aus einer Zeitschrift) dieser Radierung auf eBay . Bitte beachten, dass es sich dabei nicht um Holzschnitte handelt!





